Tagesrapport Vorlage Schweiz: Gratis Download für Dachdecker (PDF & Excel)

Zuletzt aktualisiert: März 2026
Autor: Florian Brunner, CSO & Mitgründer tiffig, ehemaliger Vorarbeiter und Projektleiter im Dachdeckergewerbe
«Der Tagesrapport ist das unbeliebteste Dokument auf jeder Baustelle. Aber auch das Wichtigste, weil er am Ende entscheidet, ob du bei Streitigkeiten Recht bekommst oder nicht.» – Florian Brunner, tiffig
Was ist ein Tagesrapport, und warum brauchen Dachdecker einen?
Ein Tagesrapport dokumentiert alles, was an einem Arbeitstag auf einer Baustelle passiert ist: Wetter, eingesetztes Personal, verwendetes Material, erledigte Arbeiten und aufgetretene Störungen. Für jede Baustelle wird pro Arbeitstag ein eigener Rapport erstellt, damit sich der Verlauf lückenlos nachvollziehen lässt.
In der Schweiz ist der Tagesrapport mehr als eine freiwillige Fleissübung. Bei grösseren Bauprojekten wird er nach SIA 118 verlangt, und im Streitfall ist er oft das einzige Dokument, was den Ablauf belegt Kein Rapport, kein Beweis.
Für Dachdecker kommt dazu: Dacharbeiten sind wetterabhängig, oft in mehreren Etappen über Wochen verteilt. Die Dokumentation von Dachaufbau, Abdichtung und Unterkonstruktion kann bei Mängelrügen Jahre später entscheidend sein.
Kurz: Der Tagesrapport nervt, aber er schützt dich.
Was ist der Unterschied zwischen Tagesrapport, Bautagebuch und Regierapport?
Tagesrapport: Tägliche Dokumentation der Arbeiten auf einer Baustelle. Wird vom ausführenden Unternehmen (also dir) erstellt.
Bautagebuch (Baujournal): Wird von der Bauleitung geführt, nicht vom Unternehmer. Dokumentiert den gesamten Bauverlauf aus Sicht des Bauleiters. In der Schweiz nach SIA 102 geregelt.
Regierapport: Dokumentiert Arbeiten, die nicht im ursprünglichen Werkvertrag enthalten sind, also Zusatzleistungen, die nach Aufwand (Regie) abgerechnet werden. Muss vom Bauherrn oder der Bauleitung gegengezeichnet werden.
Was muss in einem Tagesrapport stehen?
Ein vollständiger Tagesrapport für Dachdecker enthält sieben Abschnitte. Hier die Checkliste:
Grunddaten
Datum und Wochentag
Projektname und Baustellenadresse
Auftraggeber / Bauherr
Rapportnummer (fortlaufend)
Wetter und Bedingungen
Witterung (sonnig, bewölkt, Regen, Schnee, Wind)
Temperatur (morgens / mittags)
Besondere Bedingungen (Frost, Sturm, Hitze über 30 °C)
Personal
Anzahl Mitarbeitende vor Ort (Namen oder Kürzel)
An-/Abwesenheiten
Lehrlinge separat aufführen
Subunternehmer, falls vorhanden
Geleistete Arbeiten
Beschreibung der ausgeführten Arbeiten
Bereich / Gebäudeteil (z. B. «Flachdach Nordseite, 2. OG»)
Mengenangaben wo sinnvoll (m², lfm, Stück)
Material
Angeliefertes Material (Typ, Menge)
Verbrauchtes Material
Rücksendungen / Retouren
Störungen und Besonderheiten
Arbeitsunterbrüche (Wetter, fehlendes Material, Baustellenzugang)
Behinderungen durch andere Gewerke
Unfälle oder Beinahe-Unfälle (SUVA-relevant)
Abweichungen vom Plan
Unterschriften
Rapportersteller (Polier / Vorarbeiter)
Optional: Gegenzeichnung Bauleitung (bei Regieleistungen zwingend)
Wo kann ich eine Tagesrapport Vorlage gratis herunterladen?
Wir haben eine Tagesrapport-Vorlage erstellt, die speziell auf Schweizer Dachdeckerbetriebe zugeschnitten ist. Alle oben genannten Felder sind enthalten, inklusive Wetterdokumentation und Platz für Fotos.
Wie schreibe ich einen Tagesrapport? Schritt für Schritt
Schritt 1: Vorlage vorbereiten
Fülle die Grunddaten (Projekt, Datum, Rapportnummer) am besten schon am Morgen aus, bevor die Arbeit losgeht. So vergisst du es nicht.
Schritt 2: Wetter dokumentieren
Halte das Wetter zu Arbeitsbeginn fest. Bei wechselhaften Bedingungen empfiehlt es sich, das Wetter auch mittags und am Nachmittag zu notieren. Bei Dacharbeiten ist das besonders relevant. Ein plötzlicher Regenschauer kann eine Abdichtungsarbeit unterbrechen und muss dokumentiert werden.
Schritt 3: Arbeiten laufend notieren
Notiere die Arbeiten idealerweise während des Tages, nicht erst am Abend. Selbst Stichworte reichen. «Unterdach Nordseite fertig, Lattung begonnen» ist besser als eine leere Seite.
Schritt 4: Material und Personal erfassen
Am Ende des Tages: Wer war da? Was wurde angeliefert? Was wurde verbraucht? Das geht am schnellsten direkt auf der Baustelle, solange die Informationen noch frisch sind.
Schritt 5: Störungen und Besonderheiten festhalten
Alles, was vom Plan abweicht, gehört in den Rapport. Auch wenn es trivial erscheint. Im Streitfall kann ein Eintrag wie «Baustellenzugang 2 Stunden blockiert durch Gerüstbauer» den Unterschied machen.
Schritt 6: Unterschreiben und ablegen
Rapport unterschreiben, an die Projektleitung weiterleiten, Kopie ablegen. Klingt einfach, aber genau hier scheitert es bei vielen Betrieben.
Was sind die häufigsten Fehler bei der Rapportierung?
Die meisten Dachdeckerbetriebe machen dieselben fünf Fehler bei der Rapportierung. Hier sind sie, sortiert nach Häufigkeit.
Fehler 1: Den Rapport am Abend aus dem Gedächtnis schreiben
Das passiert in den meisten Betrieben. Der Rapport wird nicht auf der Baustelle geschrieben, sondern um 18:00 im Büro, wenn du müde bist und dich kaum noch erinnerst, was am Morgen passiert ist.
Fehler 2: Wetter nicht dokumentieren
«War halt schönes Wetter» ist kein Eintrag. Wenn du drei Monate später erklären musst, warum die Flachdach-Abdichtung an einem bestimmten Tag nicht gemacht wurde, brauchst du eine konkrete Wetterangabe.
Fehler 3: Regieleistungen nicht sofort rapportieren
Zusatzarbeiten, die nicht im Vertrag stehen, müssen sofort dokumentiert und idealerweise gegengezeichnet werden. Wer zwei Wochen wartet und dann einen Regierapport nachreicht, hat schlechte Karten.
Fehler 4: Keine Fotos machen
Ein Rapport ohne Fotos ist ein halber Rapport. Besonders bei Dacharbeiten, wo Schichten aufeinander aufgebaut werden (Dampfbremse, Dämmung, Abdichtung, Eindeckung), ist die fotografische Dokumentation entscheidend.
Fehler 5: Rapporte nicht aufbewahren
Die Verjährungsfrist für Baumängel beträgt nach OR 371 bis zu 5 Jahre (bei arglistig verschwiegenen Mängeln bis 10 Jahre). So lange solltest du deine Rapporte mindestens aufbewahren.
Spart eine Vorlage oder eine digitale Lösung mehr Zeit?
Die Papier-Vorlage funktioniert, aber sie kostet dich jeden Tag 30–45 Minuten. Hier ein ehrlicher Vergleich:
Papier-Vorlage | Excel-Vorlage | Digitale Software | |
Kosten | Druckkosten | Kostenlos | Ab CHF 50–150/Mt |
Ausfüllen | ca. 30–45 Min/Tag | ca. 20–30 Min/Tag | ca. 5–10 Min/Tag |
Fotos einbinden | Umständlich | Möglich, fummelig | Direkt integriert |
Wetter | Manuell | Manuell | Automatisch erfasst |
Auffindbarkeit | Ordner durchsuchen | Dateisuche | Sofort, durchsuchbar |
Backup | Keins | Lokale Sicherung | Automatisch Cloud |
Hochgerechnet auf eine 5-Tage-Woche sind das 2,5 bis 3,5 Stunden pro Woche, nur für Rapporte.
Eine digitale Lösung wie tiffig reduziert das auf 5–10 Minuten pro Tag, weil der Rapport direkt auf der Baustelle am Smartphone ausgefüllt wird. Wetter, Datum und Baustelle werden automatisch erfasst, Fotos direkt eingebunden.
Der Tagesrapport, der am schnellsten geht, ist der, den du gar nicht mehr von Hand ausfüllen musst.
FAQ: Tagesrapport Schweiz
Ist ein Tagesrapport in der Schweiz Pflicht?
Nein, es gibt keine generelle gesetzliche Pflicht. Aber: Bei Bauprojekten nach SIA 118 wird er üblicherweise verlangt. Und unabhängig von der Pflicht ist er dein wichtigstes Beweismittel bei Streitigkeiten.
Wer muss den Tagesrapport unterschreiben?
Der Rapportersteller, typischerweise Polier oder Vorarbeiter. Bei Regieleistungen muss zusätzlich die Bauleitung oder der Bauherr gegenzeichnen.
Wie lange muss man Tagesrapporte aufbewahren?
Mindestens 5 Jahre (Verjährungsfrist für Baumängel nach OR 371), besser 10 Jahre. Digitale Archivierung macht das deutlich einfacher als Papierordner.
Kann man den Tagesrapport digital führen?
Ja. Es gibt keine Vorschrift, die einen Papierrapport verlangt. Digitale Rapporte sind sogar besser, weil sie mit Zeitstempel, GPS-Daten und Fotos angereichert werden können.
Was gehört in einen Tagesrapport für Dacharbeiten speziell?
Neben den Standardangaben solltest du bei Dacharbeiten besonders dokumentieren: Dachaufbau und Schichtenfolge, Abdichtungsarbeiten (inkl. Materialchargen), Anschlussdetails, Durchdringungen und den Zustand der Unterkonstruktion.
Braucht ein Regierapport eine Unterschrift vom Bauherrn?
Ja, unbedingt. Regieleistungen müssen vom Bauherrn oder der Bauleitung gegengezeichnet werden. Ohne Unterschrift hast du keinen Anspruch auf Vergütung.
«Die beste Vorlage ist die, die du nicht mehr brauchst, weil dein Rapport direkt auf der Baustelle fertig ist, bevor du das Dach verlässt.» – Florian Brunner, tiffig
