Dachdecker Software Schweiz: Worauf kleine Betriebe bei der Wahl achten müssen

Zuletzt aktualisiert: März 2026
Autor: Florian Brunner, CSO & Mitgründer tiffig, ehemaliger Vorarbeiter und Projektleiter im Dachdeckergewerbe
«Die meisten Softwarevergleiche im Netz sind aus Deutschland, für Deutschland. Das hilft dir als Schweizer Dachdecker wenig, weil die Anforderungen komplett andere sind.» – Florian Brunner, tiffig
Warum taugen deutsche Softwarevergleiche nicht für Schweizer Dachdecker?
Weil sie deutsche Tools nach deutschen Kriterien vergleichen. GoBD-Konformität, DATEV-Anbindung, Preise in Euro, alles relevant in Deutschland, alles irrelevant für dich.
Was auf Schweizer Baustellen zählt, kommt in diesen Vergleichen nicht vor: SIA-Normen, Rapportierung nach Schweizer Standard, CHF-Abrechnung, Offline-Tauglichkeit in den Bergen, Teams die Albanisch, Polnisch oder Portugiesisch sprechen.
Dieser Artikel listet keine 10 Tools auf und vergibt keine Sternchen. Stattdessen bekommst du einen ehrlichen Kriterienkatalog, die Fragen, die du stellen musst, bevor du dich für irgendeine Lösung entscheidest.
Welche 8 Kriterien zählen für Schweizer Dachdecker wirklich?
Die meisten Softwareanbieter in diesem Bereich sitzen in Deutschland. Der Support antwortet mit Textbausteinen, die Oberfläche wirkt wie für Grosskonzerne gebaut, und wenn du eine Frage hast, landest du in einer Warteschlange. tiffig ist anders. Wir sind ein Schweizer Team, du erreichst uns direkt, und die Software entsteht gemeinsam mit Dachdeckern. Persönlich, nicht gestriegelt. Diese acht Kriterien zeigen, worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt.
1. Mobile-first, nicht Mobile-auch
Die meisten Baumanagement-Tools sind am Desktop entstanden und haben irgendwann eine mobile Version nachgerüstet. Für Dachdecker ist das ein Ausschlusskriterium. Deine Leute sind auf dem Dach, nicht im Büro.
Die Testfrage: Kannst du die drei wichtigsten Aufgaben (Rapport schreiben, Foto dokumentieren, Meldung absetzen) komplett auf dem Smartphone erledigen?
2. Keine Schulung nötig
Gute Software braucht keine Erklärung. Wenn jemand WhatsApp bedienen kann, sollte er auch die Baustellensoftware bedienen können.
Die Testfrage: Kann dein technikskeptischster Mitarbeiter die Software nach 10 Minuten selbständig benutzen?
3. Europäische Datenhaltung (DSG/DSGVO)
Seit dem revidierten Datenschutzgesetz (1. September 2023) musst du als Schweizer Unternehmer wissen, wo deine Daten gespeichert werden. Europäische Server sind das Minimum.
Die Testfrage: Kann der Anbieter dir sagen, in welchem Land deine Daten liegen?
4. CHF-Abrechnung ohne Wechselkursspiele
Viele Tools rechnen in Euro ab. Das bedeutet: schwankende Monatskosten, Kreditkartengebühren, Buchhaltungskomplikationen.
Die Testfrage: Steht der Preis in CHF auf der Website? Gibt es einen einzigen, transparenten Preis?
5. SIA-Kompatibilität
Schweizer Bauprojekte laufen nach SIA-Normen, nicht nach deutschen VOB-Regeln. Viele deutsche Tools kennen SIA schlicht nicht.
Die Testfrage: Kann die Software Rapporte und Dokumente erzeugen, die SIA-konform sind?
6. Offline-Fähigkeit
Schweizer Baustellen sind berüchtigt für Funklöcher, und eine Software, die ohne Internet nicht funktioniert, ist auf der Baustelle wertlos.
Die Testfrage: Kann ein Mitarbeiter einen kompletten Rapport ausfüllen, wenn er keinen Empfang hat?
Ehrlicher Hinweis: Auch tiffig startet ohne vollständigen Offline-Modus. Das Feature ist geplant, aber noch nicht in der ersten Version enthalten.
7. Echte Mehrsprachigkeit, nicht nur DE/FR/IT
Die Sprachen auf Schweizer Baustellen sind nicht Deutsch, Französisch und Italienisch. Sie sind Albanisch, Polnisch, Portugiesisch, Serbisch, Türkisch.
Das Schweizer Startup Benetics AI zeigt mit seinem KI-Sprachassistenten bereits, wie das geht: Spracheingabe in über 30 Sprachen und Dialekten, automatische Übersetzung zwischen Baustelle und Büro.
Die Testfrage: In welchen Sprachen ist die Software verfügbar, und sind das die Sprachen, die auf deinen Baustellen tatsächlich gesprochen werden?
Bei tiffig starten wir mit Deutsch. Muttersprache-Input für alle relevanten Baustellensprachen ist in Entwicklung.
8. Ergänzung statt Ersatz
Eine gute Baustellensoftware ersetzt dein ERP nicht, sie ergänzt es um das, was auf der Baustelle fehlt.
Die Testfrage: Kann ich die Daten aus der Software in mein bestehendes System übernehmen?
Bei tiffig starten wir als Standalone-Lösung mit Export-Funktionen. ERP-Integrationen (Abacus, Bexio) sind auf der Roadmap.
Welche Kategorien von Baustellensoftware gibt es?
WhatsApp + Papier | Enterprise-Tools | Mobile-first Software | |
Stärke | Keine Kosten, jeder kennt es | Umfassend, etabliert | Sofort einsetzbar, fair bepreist |
Schwäche | Kein System, nicht skalierbar | Zu komplex, teuer, Schulung nötig | Oft noch jung, weniger Umfang |
Passt für | Einzelunternehmer, 1–2 Baustellen | 50+ Mitarbeitende | 2–20 Mitarbeitende |
Für eine detaillierte Aufschlüsselung, wie viel Zeit analoge Prozesse wirklich kosten, lies unseren Leitfaden zur Digitalisierung für Dachdecker.
Checkliste: Welche 10 Fragen solltest du jedem Anbieter stellen?
Funktioniert die Software vollständig auf dem Smartphone?
Kann mein Team die Software ohne Schulung benutzen?
Wo werden meine Daten gespeichert, DSG/DSGVO-konform?
Sind die Preise in CHF, und transparent auf der Website?
Unterstützt die Software SIA-konforme Rapporte?
Funktioniert die Software auch ohne Internet?
In welchen Sprachen ist die Software verfügbar?
Kann ich Daten in mein ERP exportieren/integrieren?
Gibt es eine kostenlose Testphase?
Wie schnell bekomme ich Support, und auf welchem Kanal?
Fazit: Wie finde ich die richtige Dachdecker Software?
Nicht in einem Vergleichstest mit Sternchen-Bewertungen, sondern indem du die richtigen Fragen stellst. Die 8 Kriterien und 10 Fragen in diesem Artikel sind dein Werkzeug dafür.
Die wichtigsten Kriterien für Schweizer Dachdeckerbetriebe mit 2–20 Mitarbeitenden sind: Mobile-first, keine Schulung nötig, CHF-Abrechnung, europäische Datenhaltung und echte Mehrsprachigkeit für die Sprachen, die auf deinen Baustellen tatsächlich gesprochen werden.
«Wir haben tiffig genau nach diesen Kriterien gebaut: Mobile-first, keine Schulung, fairer Preis, für kleine Betriebe. Nicht weil eine Marktanalyse das gesagt hat, sondern weil ich selbst jahrelang nach genau so einem Tool gesucht habe.» – Florian Brunner, tiffig
FAQ: Dachdecker Software Schweiz
Welche Software ist die beste für Schweizer Dachdecker?
Es gibt keine universelle Antwort, weil es auf deine Betriebsgrösse ankommt. Für Betriebe mit 2–20 Mitarbeitenden sind mobile-first Lösungen wie tiffig am sinnvollsten. Entscheidend sind 8 Kriterien: Mobile-first, keine Schulung nötig, DSG/DSGVO-konforme Datenhaltung, CHF-Abrechnung, SIA-Kompatibilität, Offline-Fähigkeit, echte Mehrsprachigkeit und Ergänzung statt Ersatz für bestehende Systeme.
Was kostet Baustellensoftware für Dachdecker in der Schweiz?
Spezialisierte Baustellensoftware für kleine Betriebe kostet in der Schweiz zwischen CHF 50 und CHF 150 pro Lizenz pro Monat. tiffig kostet CHF 89 pro Lizenz pro Monat, alle Funktionen inklusive, Lehrlinge gratis. Wichtig: Achte auf CHF-Abrechnung, damit du keine Wechselkursgebühren zahlst.
Warum sind deutsche Baustellensoftware-Vergleiche für die Schweiz unbrauchbar?
Deutsche Vergleichsseiten bewerten nach GoBD-Konformität, DATEV-Anbindung und VOB-Kompatibilität. Schweizer Dachdeckerbetriebe brauchen stattdessen SIA-Kompatibilität, CHF-Abrechnung, DSG-konforme Datenhaltung und Mehrsprachigkeit für Albanisch, Polnisch, Portugiesisch und Serbisch.
Braucht eine Baustellensoftware Offline-Fähigkeit?
Ja, besonders in der Schweiz. Viele Baustellen liegen in Gebieten mit schlechtem Mobilfunkempfang. Eine Software, die ohne Internet nicht funktioniert, ist auf der Baustelle wertlos. Prüfe, ob du einen kompletten Rapport ausfüllen kannst, auch ohne Empfang.
Kann Baustellensoftware mein ERP ersetzen?
Nein, und das sollte sie auch nicht. Eine gute Baustellensoftware ergänzt dein ERP (z. B. Abacus oder Bexio) um das, was auf der Baustelle fehlt: Rapportierung, Fotodokumentation, Baustellenkommunikation. Die Daten fliessen per Export oder Integration zurück ins ERP.
Welche Sprachen sollte eine Baustellensoftware in der Schweiz unterstützen?
Nicht nur Deutsch, Französisch und Italienisch. Auf Schweizer Baustellen werden vor allem Albanisch, Polnisch, Portugiesisch, Serbisch und Türkisch gesprochen. Eine gute Baustellensoftware unterstützt diese Sprachen, mindestens für die Eingabe und die tägliche Nutzung durch Facharbeiter.
